Miteinander im System: Zusammenarbeit mit Angehörigen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Im April erscheint mein Buch „Miteinander im System“ – es geht um die Zusammenarbeit von Erwachsenen (Fachleute, Eltern), wenn Kinder und Jugendliche psychisch erkrankt sind. 35 Betroffene, Angehörige und Fachleute haben sich beteiligt, mit Interviews, Fachbeiträgen und vielen Erfahrungsberichten.
Das Ganze ist für mich auch ein Stück Aufarbeitung: als Mutter einer noch sehr jungen Jugendlichen habe ich eine Krisenzeit erlebt, in der sich Behandlungsfehler, Kommunikationspannen und unklare Hypothesen ungut miteinander mischten. Und später das Gegenteil: Zusammenarbeit, sich ernst nehmen, Dinge immer wieder nachfragen und besprechen können. Hypothesen korrigieren, etwas tun können. Genesung.
Aber wie kommt es, dass Therapie oder psychiatrische Behandlung für Betroffene und Angehörige ganz wertvoll und ganz furchtbar werden können? Gibt es typische Schwachstellen, für die man sich gegenseitig sensibilisieren kann – damit es gar nicht erst zur Eskalation kommt? Was haben Stress, Nichtwissen, Krisenverständnis und die Bereitschaft zum „Fehlermachen“ damit zu tun? Was sollten Eltern wissen, um – über ein Bauchgefühl hinaus – mitdenken und mitgestalten zu können, wenn’s in einer Behandlung mal kompliziert wird?
„Miteinander im System“ bietet viele Übungen, die Teams zur Reflexion nutzen können. Meine Lieblingsübung ist „Kennenlernen rückwärts – was Eltern gern nachträglich im Erstgespräch mit den Behandelnden ihres Kindes gefragt hätten“.
Beispiele:
– Ich habe aktuell gar nicht so viele Fragen; vermutlich, weil ich durch die lange Wartezeit auf den Therapieplatz für mein Kind inzwischen selbst sehr belastet bin. Es ist aber gut möglich, dass ich mich ein paar Wochen erholt haben werde und dann während der Behandlung noch einige Fragen aufkommen. Wie kann ich dann vorgehen?
– Was denkt Ihr Supervisor über Sie?
– Wie definieren Sie als Team einen ‚Behandlungserfolg‘? Und Sie persönlich? Wie evaluieren Sie ‚Erfolg‘? Was macht das mit Ihnen?
Wie würdet ihr auf diese Fragen reagieren? Freu mich auf euer Feedback zum Buch!

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